Die JUSO Thun – Berner Oberland sagt NEIN zur ZPP Hofmatte

Einige Mitglieder der JUSO Thun – Berner Oberland waren anwesend bei der Mitgliederversammlung der SP Thun am 15. Januar 2020, als diese die Vorlage diskutierten und die JA-Parole beschlossen. Die JUSO Thun – Berner Oberland kann sich aber dieses Votum nicht anschliessen und empfiehlt deswegen ein NEIN am 9. Februar aus folgenden Gründen:

Es ist zwar schön, dass man in der Hofmatte Alterswohnungen und Pflegeplätze bauen will und die JUSO Thun – Berner Oberland unterstützt dieses Anliegen, wie auch die Idee des gemischten Wohnens, welche dort befördert werden soll. Ebenso ist es begrüssenswert, dass auf eine verbesserte Energiebilanz und reduzierte Autoabstellplätze geschaut werden soll.

Womit die JUSO Thun – Berner Oberland aber absolut nicht einverstanden ist und wodurch für uns eine klare rote Linie überschritten wird: hier sollen erneut Wohnungen für gehobenere Schichten gebaut werden. Dies in der Stadt, welche bereits eine Leerwohnungsziffer unter 1% verfügt (siehe folgendes Postulat im Stadtrat) und insbesondere im günstigeren Bereich wenig (zu wenig!) zu bieten hat – auch in Thun steigen die Mietpreise. Es wären mehr Wohnungen zu günstigeren Mietpreisen nötig, stattdessen will man das nächste Selve-Areal hinklotzen, um noch mehr hochkarätige Steuerzahler*innen anzulocken.

Dazu sagen wir: NICHT MIT UNS! Wenn die linken Bewegungen ihr Anliegen ernst meinen, soziales Wohnen zu befördern, muss kategorisch bei allem NEIN gesagt werden, was in eine andere Richtung geht. Die JUSO Thun – Oberland empfiehlt dementsprechend auch in Thun (wie in allen anderen Orten) eine Gemeindeordnung, wie sie bereits in einigen Städten gilt, wonach der Anteil an gemeinnützigen Wohnungen erhöht werden muss! Wenn die SP Thun ernst machen will, den sozialen Wohnungsbau in Thun zu befördern, dann gehört eine entsprechende städtische Initiative auf die Agenda, aber subito!

Als Orientierung dienen die Artikel der Gemeindeordnung der Stadt Zürich:

„Art. 2quater4 1 Die Gemeinde setzt sich aktiv für den Schutz, die Erhaltung und die Erhöhung des Anteils von preisgünstigen Wohnungen und Gewerberäumen ein und verpflichtet sich dem Ziel einer sozialen Durchmischung in allen Quartieren und der Sicherung von Familienwohnungen.
2 Sie sorgt mit gezielten Massnahmen dafür, dass auch ein genügender Anteil ökologisch vorbildlicher Wohnungen preisgünstig zur Verfügung gestellt wird.
3 Sie sorgt in Zusammenarbeit mit öffentlichen und privaten Partnerinnen oder Partnern für ein an der Nachfrage orientiertes Angebot an Wohnmöglichkeiten und betreuten Einrichtungen für ältere Menschen.
4 Sie sorgt dafür, dass sich die Zahl der Wohnungen im Eigentum von gemeinnützigen Wohnbauträgerinnen oder Wohnbauträgern, die ohne Gewinnabsichten dem Prinzip kostendeckender Mieten verpflichtet sind, stetig erhöht. Sie strebt einen Anteil von einem Drittel an allen Mietwohnungen an; ausgenommen von dieser Berechnung sind Wohnungen und Einfamilienhäuser im selbstgenutzten Eigentum.
5 Über das Erreichen dieser Ziele legt der Stadtrat dem Gemeinderat alle vier Jahre Rechenschaft ab, namentlich über die Entwicklung des Anteils der gemeinnützigen und der subventionierten Wohnungen durch Erwerb, Neubau und Ersatzneubau und des Angebots an Wohnungen für Familien und für ältere Menschen sowie die getroffenen Massnahmen zu Erhalt und Schaffung preisgünstiger, ökologisch vorbildlicher Wohnungen.“

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